Semesterthema

 

 
Der Elite-Studiengang „Historische Kunst- und Bilddiskurse“, der im Jahr 2006 in gemeinsamer Verantwortung von drei Lehrstuhlvertreten für Kunstgeschichte der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, der Ludwig-Maximilians-Universität und der Universität Augsburg gegründet wurde, trägt der neuen Rolle der Kunstgeschichte und der Bildwissenschaften in der kulturwissenschaftlichen Debatte Rechnung. Als gleichermaßen interuniversitäres wie transdiziplinäres Studienprogramm auf Master-Ebene wird er seit seiner Gründung vom Elitenetzwerk Bayern getragen. Im Jahr 2009 wurde die von Anfang an bestehende Interdisziplinarität des Studiengangs durch eine Aufwertung der literaturwissenschaftlichen Beteiligung entscheidend vertieft. Zugleich wurde er durch eine Zusammenarbeit mit der Universität Regensburg erweitert. Nach einer begleitenden Revision der Programmstruktur sowie der Studien- und Prüfungsbedingungen hat sich der Studiengang zum WS 20010/11 in „Aisthesis. Historische Kunst- und Literaturdiskurse“ umbenannt.

Ausgangspunkt für den Aufbau des Curriculums war die Überzeugung, dass der 1994 von W. J. T. Mitchell und Gottfried Böhm proklamierte „iconic“ bzw. „pictorial turn“ mit dem zuvor vollzogenen und 1967 von Richard Rorty ausgerufenen „linguistic turn“ verbunden ist. Wie es kein Außerhalb der Sprache gibt, von dem aus sich diese als bloßes Instrument, etwa für die Mitteilung vorsprachlicher Gedanken, betrachten ließe, so kann auch kein außerhalb des Bildes situierter perspektivischer Punkt angenommen werden, von wo aus sich ein für alle Mal bestimmen ließe, was ein Bild ist. Selbst Sprache und Bild können einander nicht als dieses Außerhalb dienen. Durch die neuere Metaphorologie, die Anselm Haverkamp in mehreren Anthologien zusammengefasst und kritisch kommentiert hat, wurde, um nur ein Beispiel zu nennen, immer mehr durchleuchtet, mit welchen bildhaften Strategien die Sprache operiert. Umgekehrt haben Ikonographie/Ikonologie und Semiotik seit Aby Warburg, Erwin Panofsky, Louis Marin, Nelson Goodman und W.J.T. Mitchell herausgearbeitet, dass Bilder ihre eigene, „dichte“ Syntax haben, dass zudem Grammatiken der Kunst historisch aufeinander folgen. Wie essentialistische Theorien idealer Sprache ergänzt oder gar abgelöst wurden durch empirisch-systematische Betrachtungen der normalen Sprache, so werden auch ontologische Theorien, welche die Frage „was ist ein Bild?“ ein für alle Mal zu beantworten suchen, durch praxeologische Theorien über den Bildgebrauch in seiner konkreten, historischen Gestalt in Frage gestellt.

Vor diesem Hintergrund wächst den historischen Diskursen der Künste und der Literaturen eine neue Rolle zu: Statt für den aktuellen Gebrauch von Text und Bild nur geschichtliche „Hintergründe“ zu liefern, loten sie historische Praktiken mit dem Ziel des Verständnisses gegenwärtigen Mediengebrauchs aus. Die Analyse von Diskursen sowie von medialen Dispositiven und Systemen erweist sich als ein theoretisches Anliegen von hoher Aktualität. In einer neuen Kulturwissenschaft sind kunst- und bildwissenschaftliche sowie sprach- und literaturwissenschaftliche Ansätze mehr denn je aufeinander angewiesen.

Zentrales Anliegen des Studienprogramms ist es daher, diese tiefgreifende Neuausrichtung der kulturwissenschaftlichen Debatte in die universitäre Ausbildung auf Masterebene zu integrieren. Die folgende Selbstbeschreibung rückt daher insbesondere die gemeinsame Überzeugung der Lehrenden in den Mittelpunkt, dass sich der veränderte Stand der fachübergreifenden kulturwissenschaftlichen Diskussion nicht nur auf inhaltlicher, sondern zugleich auch auf struktureller Ebene im curricularen Aufbau des Studienprogramms widerspiegeln muss. 


   

 

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Disputationstermine
siehe Veranstaltungskalender



Bild-Diskurse

Was oder wann ist ein Bild?
Michael F. Zimmermann (2012)
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Auszeichnungen von Absolventen des Jahrgangs 2015



Veranstaltungskalender


 
Aisthesis-BLOG
11.06.12



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